Die Ernährung unserer Tiere beeinflußt deren Gesundheit und somit auch Form und Leistungsfähigkeit.

In der Zuchtvorbereitung, der Brut und der Jungtieraufzucht sowie während der Mauser, vor Ausstellungen und in der Ruhephase muss die Ernährung auf die jeweilige Phase abgestimmt werden.

Von der Anpaarung bis zur Aufzucht der Jungtiere:

Zu Beginn der Zuchtsaison müssen unsere Zuchttiere in Hochform sein. Der Zeitpunkt der Anpaarung spielt hierbei keine Rolle. Entscheidend für die Qualität des Nachwuchses ist neben dem genetischen Potential die Verfassung der Eltern. Nur aus Zuchtvögeln in erstklassigem Gesundheitszustand und Hochform können wir auch hochwertigen Nachwuchs züchten. Können sich die Zuchtpaare selbst zusammenfinden, also sich die Partner gegenseitig aussuchen, dient dies ebenfalls dem Zuchterfolg. Sind die zur Zucht eingesetzten Vögel zu fett, kommen sie häufig nur schwer in Brutstimmung. Auch während der Brut ist ein zu fetter Vogel eine Gefahrenquelle. Schnell kommt es zu einer erhöhten Bruttemperatur, welche zum Ausbleiben des erhofften Nachwuchses führen kann. Eine Obst und Gemüsekur von ein bis zwei Wochen und gleichzeitiger Zugabe von Nahrungsergänzung kann hier Abhilfe schaffen und die Zuchtvögel in die notwendige Form bringen. Voraussetzung für einen Formanstieg ist natürlich auch ein einwandfreier Gesundheitszustand. Auf diesen müssen die Zuchtvögel mindestens vier Wochen vor der Anpaarung oder vor dem Anbringen eines Nistkastens kontrolliert werden.

Sind die Grundvoraussetzungen für die Zucht geschaffen, Hahn und Henne sind in Form und Stimmung, beginnt die nächste Phase. Der Hahn tritt die Henne und in der Henne beginnt die Eibildung. Jetzt sollte die Nahrungsergänzung alle essentiellen Nährstoffe wie Vitamine, Aminosäuren, Mineralien und Spurenelemente enthalten. Auch der Wasserhaushalt spielt für die Leistungsfähigkeit unserer Vögel eine sehr wichtige Rolle. Die Zugabe von sekundären Pflanzen- und Ballaststoffen hilft während der Zuchtphase den Wasserhaushalt im gesamten Magen- und Darmbereich der Vögel zu regulieren.

Nach dem Legen der Eier beginnt die Brutphase. Während der ersten Hälfte der Brutphase sollte die Zugabe von Nahrungsergänzung reduziert werden. Ab der zweiten Hälfte der Brutphase steigern wir wieder die Nährstoffzufuhr. Die Zuchtvögel werden schon jetzt auf die anstrengende Aufzucht der Jungtiere vorbereitet. Die in wenigen Tagen aus den Eiern schlüpfenden Jungtiere besitzen ein nur sehr schwach bis gar nicht ausgeprägtes Immunsystem. Alles was sie zum Schutz gegen äußere Einflüsse benötigen, bekommen sie mit dem Kröpfschleim von ihren Eltern. Bis das Immunsystem eines Jungvogels vollständig entwickelt ist dauert es mehrere Wochen bis Monate. Wichtig ist jetzt wieder die Erhöhung der Nahrungsergänzung. Diese sollte den Eltern die essentiellen Nährstoffe zuführen und die Vermehrung der für die Immunabwehr so wichtigen, nützlichen Bakterien begünstigen.

Sind die Jungtiere endlich geschlüpft kommen Eifutter mit hohem tierischem Anteil (Krebse, Würmer etc.) sowie mit Vitamin- und Mineralstoffpulver bestäubte Sonnenblumenkerne zum Einsatz. Den Agapornis pullarius pullarius werden auch erst nach dem Schlupf der Jungen wieder Feigen angeboten. 

Das hier beschriebene und von uns mit großem Erfolg angewandte Ernährungs- und Gesundheitskonzept basiert auf unserern langjährigen Erfahrungen in der Zucht von Papageien sowie den Forschungsergebnissen von  Dr. Hans - Peter Brockamp.