Das Orangeköpfchen (Agapornis pullarius pullarius) oder Pullaria genannt besitzt unter den Agaporniden das größte Verbreitungsgebiet.


Der natürliche Lebensraum des Orangeköpfchen erstreckt sich über eine Vielzahl afrikanischer Staaten. Seine Population ist absolut ungefährdet. Umso erstaunlicher ist es, dass die Zucht dieses angenehmen und unkomplizierten Vögel in Züchterhand nur selten gelingt. Obwohl man Orangeköpfchen bereits vor vielen Jahren zu Tausenden nach Europa importierte, haben sich diese faszinierenden Papageien in Menschenobhut nicht durchsetzen können. Durch lange Quarantäne geschwächt oder durch falsche Fütterung und Haltung sind sie meist kurz nach dem Kauf eingegangen. Zwei Unterarten sind bekannt: A. p. pullarius und A. p. ugandae. Die größten Populationen des A. p. pullarius befinden sich in West-Afrika, von Futa Jalon (Guinea) und Sierra Leone über das Ubangi-Schari-Gebiet bis Bahr el Ghazal, Albertsee, Kamerun, N-Angola und der Insel Sao Tome'; die des A. p. ugandae in Uganda, dem Omo-Flußgebiet bis zum Berg Elgon, Edwardsee und Ruanda. Die Unterarten unterscheiden sich lediglich in der Färbung des Bürzelgefieders und angeblich in der Färbung der Maske. Die Unterart "Ugandae" ist im Bürzel blasser als die Nominatform "Pullarius". Unserer Meinung nach macht es aufgrund dieser geringen Unterscheidungsmerkmale keinen Sinn diese Unterarten in Menschenobhut unterartenrein zu verpaaren. Unser Zuchtziel ist es, in einer möglichst breiten genetischen Vielfalt kräftige Tiere mit großen und intensiven Masken zu züchten.
Die Geschlechter des Orangeköpfchens lassen sich deutlich voneinander unterscheiden. Die Masken der Hennen sind kleiner und weniger intensiv gefärbt. Der blaue Flügelrand kommt nur bei den Hähnen vor. Orangeköpfchen brüten in Termitenbauten. Teilweise graben sie die Bruthöhlen in die Erdbauten der Termiten oder sie nutzen den Lebensraum der Baumtermiten zur Brut und Aufzucht ihrer Jungen. Unsere Orangeköpfchen fressen, vorrausgesetzt man gewöhnt sie frühzeitig daran, das gleiche Futter wie unsere anderen Agaporniden. Zusätzlich bieten wir ihnen Feigen (überwiegend getrocknet aber gelegentlich auch frische Feigen) an. Feigen gehören zu den natürlichen Nahrungsquellen des Orangeköpfchens und werden mit Wonne verzehrt.

Links: Termitenhügel in Uganda
Rechts: Feigenfrüchte am Feigenbaum
Um den natürlichen Brutplatz nachzubilden verwenden wir Backkork (Corktherm 040) als Nistkasteneinlage. Unsere Orangeköpfchen haben dieses Material sehr gerne angenommen. Andere Züchter verwenden normalen Wandkork, oder eigene Mischungen aus Einstreu, Gips etc. und haben auch damit Erfolg. Selbst im strengsten Winter wird in dem Zuchtraum unserer Orangeköpfchen die Temperatur von 20 Grad Celsius nicht unterschritten. Die Luft sollte nicht zu trocken sein und der Gefiederstaub anderer Vögel vermieden werden.
Wir haben unsere Zucht auf ausschließlich auf Nachzuchten aus Deutschland, der Schweiz und auf Wildfängen aufgebaut.