Phyllobates terribilis gehört zu den giftigsten Tieren der Welt.


Der Phyllobates terribilis wird im Deutschen auch Schrecklicher Giftfrosch oder Schrecklicher Blattsteiger genannt. Ich nenne ihn im Text den „Terribilis“. Er ist die mit Abstand giftigste Froschart. Wildfänge verlieren ihr Gift nach einigen Monaten, ihre Nachkommen sind ungiftig. Für die Synthese des Giftes werden Alkaloide spezieller tropischer Futterinsekten benötigt. Der Terribilis wird ca. fünf Zentimeter lang und zählt damit zu den größten Vertretern der Familie der Blattsteigerfrösche. Die Weibchen sind im Durchschnitt etwas größer als die Männchen.

Der Körper der Terribilis ist gelb, dottergelb (orange), metallisch gelbgrün, blass türkisfarben oder sogar fast weiß bis taubengrau. Man unterscheidet hier zwei Varianten mit verschiedenen Verbreitungsgebieten. Die gelbe-orangene Variante trägt den Namen "Quebrada Guanguí". Die metallisch gelbgrüne, türkisfarbene Variante (Mint) wird als "La Brea" bezeichnet. Das Verbreitungsgebiet der Terribilis beschränkt sich auf ein sehr kleines Areal um den Fluss Rio Saija an der Pazifikküste Kolumbiens im Department Cauca. In dem Hügeligen Gebiet bewohnen die Terribilis den Waldboden des Regenwaldes. Gerne halten sie sich in Flussnähe auf. Die blass türkisfarbene Population lebt küstennah. Sie ist kleiner als die klassisch gelbe Form. Nicht weit davon entfernt lebt eine Population mit überwiegend taubengrauer Färbung. Im Landesinneren kommt die 'echte' und grosse Form des Terribilis vor. Die Tiere innerhalb ihrer Population sind leicht unterschiedlich gelb. Eine rein orangefarbene Population von Terribilis ist unbekannt. Die eher Orange aussehenden Exemplare haben sich bisher immer als männliche Tiere herausgestellt. Die Bauchseite und die Beine sind im Gegensatz zu anderen Phyllobates-Arten nur geringfügig dunkler. 

Außerhalb der Paarungszeit sind sie tagaktive Einzelgänger. Die Männchen verfügen über Schallblasen, mit denen sie zur Fortpflanzungszeit trillernde Rufe erzeugen. Die Eier werden an Land abgelegt. Die schlüpfenden Larven werden von den Männchen auf den Rücken genommen und zu dauerhaft wasserführenden Gewässern transportiert. Die Terribilis erreichen mit 18-20 Monaten die Geschlechtsreife. Die ersten Gelege entwickeln sich meist nicht und verpilzen. Die Gelege umfassen meist 10-20 Eier mit einem Durchmesser von ca. 2,5 mm. Die Larven schlüpfen nach ca. 12 – 14 Tagen. Die Metamorphose erfolgt nach ca. 55 Tagen. Terribilis bevorzugen größeres Futter wie Wachsmaden, mittlere Heimchen, Wachsmotten, Ofenfische, Krullfliegen, große Drosophila aber auch kleine Maden oder einheimische Käfer in Feuerwanzen-Größe. Kleineres Futter wie kleine Fruchtfliege und Springschwänze werden zur Not auch angenommen.

Die Terribilis sind aufgrund ihres kleinen Verbreitungsgebietes als stark gefährdet zu betrachten. Der sich von Panama in Richtung Süden über Kolumbien ausbreitende Chitrit-Pilz wird die Bedrohungslage für den Terribilis weiterhin verschärfen.